Ursprung & Ansatz
Die ersten Gedanken hinter meiner heutigen Arbeit sind schon im Studium entstanden. Mich hat damals beschäftigt, warum Menschen mit ähnlichen körperlichen Voraussetzungen ganz unterschiedliche Entwicklungen nehmen und was Menschen im Sport wirklich weiterbringt.
Besonders spannend fand ich deshalb ein Seminar zum Talentscouting. Dort ging es darum, worauf bei jungen Sportlerinnen und Sportlern geachtet wird. Dabei wurde deutlich, dass Leistung eben nicht nur von Kraft, Ausdauer oder Technik abhängt. Auch der Umgang mit Druck, Rückschlägen und Niederlagen spielt eine entscheidende Rolle.
In der Vertiefung Sportpsychologie wurde das noch einmal deutlicher und für mich besonders interessant, weil es dort auch um erste Interventionen ging. Also um die Frage: Was kann man tun, wenn genau solche mentalen oder emotionalen Faktoren die Leistung beeinflussen?
Damit war für mich früh klar: Körperliche Leistungsfähigkeit lässt sich nicht vom mentalen und emotionalen Erleben trennen.
Gleichzeitig habe ich im Studium neben Anatomie und Biomechanik viele Sportarten praktisch und theoretisch kennengelernt. In einem meiner liebsten Seminare haben wir überlegt, was unterschiedliche Sportarten voneinander lernen können. Was kann zum Beispiel ein Golfer aus dem Gewichtheben mitnehmen? Dabei habe ich immer wieder ähnliche Bewegungsgrundlagen erkannt und gesehen, welche Rolle Kraft für den ganzen Körper spielt.
Schon damals habe ich angefangen, dieses Wissen in meinem eigenen Training und beim Training von Menschen in meinem Umfeld zu verbinden: Kraftaufbau, ein Verständnis für Bewegung und das, was unter Belastung mental und emotional passiert. Diese Verbindung prägte mein Verständnis von achtsamem Krafttraining bereits seit 2015, während meines Studiums.
In meiner späteren Arbeit und mit dem Aufbau meiner Marke Bodhiflow® hat sich dieser Gedanke immer weiter verfestigt. Daraus ist auch das übergeordnete Ziel entstanden, 3fachfit zu werden: physich, mental und emotional.
Denn ich habe gesehen, dass viel Bewegung oder ein guter Trainingsplan noch lange nicht bedeuten, dass jemand den eigenen Körper auch wirklich gut wahrnimmt und beschwerdefrei bleibt.
Gleichzeitig konnte ich genauer beobachten, welche Schwierigkeiten immer wieder auftauchen. Manche Bewegungsgrundlagen sind bei uns Menschen ähnlich. Wo jemand beginnt, was zuerst wichtig ist und was gerade begrenzt, ist dagegen sehr individuell. Manchmal liegt die Schwierigkeit in der Bewegung selbst. Manchmal spielen Unsicherheit, Stress oder die eigene Wahrnehmung eine größere Rolle.
Mit den Jahren habe ich mich zudem zunehmend auf Frauen spezialisiert, weil immer offensichtlicher wurde, dass weibliche Physiologie im Training nicht unbeachtet bleiben darf. Schon im Studium hat mich gestört, wie wenig Raum weibliche Physiologie oft einnahm. Ich wollte genauer verstehen, welche Rolle Zyklus, Lebensphase, Energie und Regeneration im Training spielen, ohne Frauen darauf zu reduzieren.
Aus diesen Erfahrungen habe ich meine Arbeitsweise über die Jahre immer weiterentwickelt, bis daraus meine Trainingsmethode VASILÁ® entstanden ist.
Du kannst eine Stunde Yoga machen und mit deinen Gedanken trotzdem die ganze Zeit bei der Arbeit oder dem restlichen Tag sein. Genauso kannst du beim Krafttraining eine Übung ausführen und dabei gar nicht bemerken, dass du den Kiefer festhältst, die Schultern hochziehst oder Spannung über Hände und Füße kompensierst.
Du kannst durchbeißen und dich übergehen, oder du kannst unbemerkt in der Komfortzone bleiben und zu wenig Trainingsreiz erzeugen. In allen Fällen erreichst du nicht vollständig den gewünschten Effekt, den du eigentliche mit dem Training erreichen wolltest.
Genau hier liegt für mich ein wichtiger Unterschied zwischen einfach trainieren und den eigenen Körper unter Belastung wirklich zu verstehen.
Gleichzeitig leben wir in einer Zeit, in der immer mehr gemessen und optimiert wird. Schlaf, Schritte, Zyklus, Herzfrequenz, Kalorien, Regeneration. Diese Daten können hilfreich sein. Sie sollten aber nicht dazu führen, dass wir immer mehr über unseren Körper wissen und gleichzeitig immer weniger selbst einschätzen können, wie es uns eigentlich geht.
Dieses eigene Gespür ist für mich auch im Training entscheidend.
Training soll fordern. Es darf anstrengend sein und dich aus deiner Komfortzone bringen. Denn Entwicklung braucht Belastung. Entscheidend ist für mich aber, ob diese Belastung dich langfristig stärker macht oder nur zusätzlichen Output erzeugt.
Genau daraus ist mein Credo entstanden: sich etwas zutrauen und gleichzeitig die eigenen Grenzen ernst nehmen.
Ich möchte Frauen nicht beibringen, sich ständig zu schonen. Ich möchte, dass sie stärker werden, sich fordern und lernen, ihr Tageslimit immer besser selbst einzuschätzen. Zu erkennen, wann noch etwas möglich ist, wann die Technik kippt, wo unnötige Spannung entsteht und wann mehr nicht automatisch besser ist.
Genau diese Haltung bündelt meine Trainingsmethode VASILÁ®.
Die Methode verbindet wirksames, achtsames Krafttraining mit Körperwahrnehmung, Regulation und female-informed Trainingssteuerung. Mein Ziel ist, dass Frauen zunehmend intuitiv und gleichzeitig fundiert entscheiden können, was sie an einem Tag brauchen, wie weit sie sich fordern können und wann genug ist.
Diese Fähigkeit endet für mich nicht beim Training. Wer lernt, unter körperlicher Belastung früher wahrzunehmen, was gerade passiert, erkennt solche Muster mit der Zeit auch im Alltag schneller und kann bewusster darauf reagieren.
Genau dafür steht meine Arbeit: stärker werden, sich etwas zutrauen und immer sicherer darin werden, selbst zu entscheiden, was einen wirklich weiterbringt.